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Weniger ist mehr – ein Postwachstumsfilm

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Am 1.10 wird auf Arte der Film „Weniger ist mehr“ von Karin de Miguel Wessendorf ausgestrahlt. Um 20.15 geht es los und für 52 Minuten reisen die Zuschauer mit der Autorin durch Postwachstumsgedanken und –orte.

Die Frage „Wie können wir leben, wenn wir anerkennen und berücksichtigen, dass die Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind?“ ist wiederkehrendes Thema im Film. Um dieser Frage nachzugehen trifft die Filmemacherin verschiedene Persönlichkeiten und Projekte in Deutschland, Frankreich, Spanien und England. Der Schwerpunkt des Filmes sind funktionierende Praxisbeispiele. Praxisbeispiele für ein Leben, welches nicht am Ziel “Wirtschaftswachstum” ausgerichtet ist. So besucht sie zum Beispiel einen Tauschmarkt in Barcelona, die Transition Town Totnes in England und einen wachstumskritischen Fahrrad-Aktivisten in Frankreich. Die Autorin fragt im Film, was der Einzelne tun kann um einem nachhaltigen Lebensstil näher zu kommen und fängt an, ihr eigenes Leben zu verändern. Sie reflektiert in dieser Darstellung jedoch auch, dass Veränderungen des Einzelnen nicht genug sind um eine Postwachstumsgesellschaft aufzubauen und Wandel in Politik und Wirtschaft nötig sind.

Postwachstum als Erprobung eines neuen Lebensstils

Die Beispiele und Karin de Miguel Wessendorfs eigene Versuche werden dabei nicht als Patentlösung für alle präsentiert, sondern als ein Ausprobieren und als eine natürliche Folge aus der Erkenntnis, dass ein rein an Wirtschaftswachstum orientiertes Leben auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nicht möglich ist. Niko Paech, der mehrmals im Film zu Wort kommt, bezeichnet seine postwachstums-motivierten Veränderungen des Alltags als ein Üben. Das Üben eines Lebensstils der vielen vielleicht noch fremd erscheint, für Geübte jedoch, wie die Autorin bei ihrer Reise feststellt, einen Gewinn an Lebensqualität darstellt.

Im Film wird auf die detaillierte Erläuterung theoretischer Konzepte verzichtet. Er soll vor allem Menschen auf Postwachstum aufmerksam machen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Beim Preview in Köln Anfang September kam dieser positive Streifzug durch Postwachstumspraxis gut an. Im fast ausverkauften Filmforum NRW herrschte eine gute Stimmung und die an den Film anschließende Diskussion hätte noch lange weitergehen können. Der Film motiviert sich zu engagieren, zu informieren und macht Lust auf eine Postwachstumsgesellschaft.

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