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Wirtschaftswissenschaften und Transformation

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Welchen Beitrag können die Wirtschaftswissenschaften zur Bewältigung der gewaltigen sozialen und ökologischen Herausforderungen leisten?
Gemeinsam mit Partnern laden IÖW, Cusanus Hochschule, Netzwerk Plurale Ökonomik und Wuppertal Institut ein, die vielfältigen theoretischen, methodischen und inhaltlichen Ansätze der Wirtschaftswissenschaften und ihre Wirkungen auf die gesellschaftliche Praxis zu diskutieren. Dafür kommen Ökonom/innen verschiedener Strömungen, Sozial- und Nachhaltigkeitswissenschaftler/innen sowie Expert/innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen.

In drei Workshop-Strängen werden Handlungsfelder und Akteure der Transformation, theoretische und methodische Perspektiven der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung auf Transformationsprozesse sowie die Rolle der transformativen Ökonomik im Wissenschaftssystem diskutiert. Die Veranstalter möchten damit einen Beitrag zur konzeptionellen und forschungspraktischen Konkretisierung des Ansatzes transformativer Wirtschaftswissenschaften leisten. Welches Wissenschaftsverständnis und welche gesellschaftliche Verantwortung haben sie? Was bedeutet das für die Themensetzung, Wissensproduktion sowie Verbreitung und Anwendung von Ergebnissen? Wie könnte eine zukünftige Forschungsagenda für transformative Wirtschaftswissenschaften aussehen?

Möglichen Antworten auf diese Fragen nähern sich Referent/innen wie Reinhard Loske, Sigrid Stagl, Frank Beckenbach, Uwe Schneidewind, Niko Paech, Jana Gebauer, André Reichel, Andrea Vetter u.a.

Weitere Informationen zur Tagung am 06.11.2017 sind hier zu finden.

Die Online-Anmeldung ist hier möglich.

2 Kommentare

  1. J. Whymer sagt am 6. Januar 2018

    Das ist doch reine Ideologie! Was soll diese Vermischung von normativen Zielvorstellungen, die man hier offensichtlich zum unhinterfragbaren Dogma erklärt, und erfahrungswissenschaftlicher Forschung denn bringen?

    Wieso sollen die gesamte Wirtschaftschaftswissenschaft die normativ-politischen Zielvorstellungen des BUND e.V. zum Dogma erheben?

    Wann wird man uns erklären, dass eigentlich niemand mehr eine andere Meinung dazu haben darf?

  2. Sehr geehrte/r Leser/in,

    wir freuen uns über Ihr Interesse an der Debatte zu transformativen Wirtschaftswissenschaften. Als Beteiligter der Tagung am 6. November erlaube ich mir hiermit eine kurze Antwort. Meines Wissens ist es den forschenden Kolleg/innen, die thematisch zu den auf der Tagung besprochenen Themen arbeiten, mehr als fremd, irgendwelchen ideologisch-geprägten und bevormundenden Positionen zu vertreten. Idee der Tagung war auszuloten, welche wissenschaftlichen und praxisrelevanten Beiträge die Ökonomik zu Nachhaltigkeitsfragen leistet und in Zukunft ggf. noch darüber hinaus leisten könnte. Ebenso sollte man sich im Weberschen Sinne nicht zu sehr auf die (vermeintliche) Objektivität sozialwissenschaftlicher (und damit unserer Sichtweise nach auch wirtschaftswissenschaftlicher) Forschung verlassen. Das bedeutet dann natürlich auch eigene normative Vorstellungen (die sich ja auch in Annahmen, auf denen formale Modellierung aufbaut, finden) darzulegen und damit einem kritischen Diskurs, den wir natürlich sehr begrüßen, zugänglich zu machen. Des Weiteren geht es beim Vorschlag ggf.(!) einen Zweig transformativer wirtschaftswissenschaftlicher Forschung zu konzeptionalisieren und unter Umständen zu befördern, nicht darum weite Teile der wichtigen disziplinären Grundlagenforschung anzutasten. Es geht um eine ggf. veränderte Balance von Forschungskapazitäten, um überhaupt in der Lage zu sein, an bestimmten Diskursen mit neuen theoretisch und empirisch fundierten Ergebnissen zu transformationsrelevanten Fragestellungen teilnehmen zu können.
    Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unserem Blog weiterhin kritisch verbunden bleiben würden.

    Mit freundlichen Grüße aus dem IÖW

    David Hofmann

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