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Studentenseminar „Postwachstumsökonomie“ der Universität Witten/Herdecke

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Im Sommersemester 2012 fand im Juni an der Universität Witten/Herdecke in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie das Seminar „Postwachstumsökonomie“ mit 20 Studierenden der Universität statt. Prof. Dr. Uwe Schneidewind und Prof. Dr. Niko Paech stellten ältere und neuere Beiträge der Wachstums-Debatte zur Diskussion, um die viel zitierten „Grenzen des Wachstums“ auch ökonomisch fassbar zu machen.

Ideenentwurf zur „eingebetteten Ökonomie“

Das Ziel des Seminars bestand darin, erste Ideen über eine „eingebettete Ökonomie“ zu entwerfen, die nicht nur die neoklassische Wachstumstheorie beschreibt, sondern die verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Konzepte um naturwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte erweitert. Darüber hinaus zeigt sie mit Hilfe dieses interdisziplinär-fundierten ökonomischen Wissens Wege auf, die „große Transformation“ transdisziplinär zu begleiten.

Überblick der besprochenen Rezensionen

Auf dem Blog Postwachstum werden in den kommenden Wochen die Ideen aus dem Seminar in Form von kurzen Rezensionen der diskutierten Werke in loser Folge vorgestellt. Hier geben wir einen Überblick über die besprochene Literatur:

Anfangs wurden neben einem der grundlegenden klassischen Werke, „The Entropy Law and the Economic Process in Retrospect“  (1986, deutsche Übersetzung) von Nicholas Georgescu-Roegen (1986), der neuere konzeptionelle Beitrag von Tomás Sedlácek „Die Ökonomie von Gut und Böse“ (2012) vorgestellt.

Folgend wurden die aktuellen alternativen Wachstumsdebatten aus Großbritannien anhand von Tim Jacksons „Prosperity without Growth?“ (2011, deutsche Buchversion), aus Frankreich anhand von Serge Latouches „Farewell to growth“ (2009), aus den USA anhand von Juliet Schors „Plenitude“ (2010) und aus Deutschland anhand von Irmi Seidls und Angelika Zahrnts „Postwachstumsgesellschaft“ (2010), Petra Pinzlers „Immer mehr ist nicht genug!“ (2011), Niko Paechs „Befreiung vom Überfluss“ (2012) und Reinhard Loskes „Abschied vom Wachstumszwang“ (2011) sowie „Wie weiter mit der Wachstumsfrage?“ (2012) besprochen. Im Zuge der öffentlichen Buchvorstellungen von Niko Paechs „Befreiung vom Überfluss“ und Reinhards Loskes „Wie weiter mit der Wachstumsfrage?“ bestand außerdem die Möglichkeit, an den jeweiligen Abenden des Blogseminars mit den beiden Autoren kritisch und direkt zu diskutieren.

Neben der Auseinandersetzung mit individuellen Wachstumszwängen durch die „Die Macht der Bedürfnisse“ (2009) von Marianne Gronemeyer und mit ökonomischen Wachstumszwängen durch Hans-Christoph Binswangers „Wachstumsspirale“ (2006) wurde die Frage nach alternativen Wohlstandsmaßen aufgegriffen. Hierzu wurde zum einen der Nationale Wohlfahrtsindex in Hans Diefenbachers und Roland Zieschanks „Woran sich Wohlstand wirklich messen lässt“ (2011) herangezogen. Zum anderen haben die Teilnehmenden die Empfehlungen des Berichts zur empirischen Erfassung der Wirtschaftsleistung sowie der Lebensqualität diskutiert, welcher in Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) mit dem französischen Rat zur ökonomischen Analyse (Conseil d’Analyse Économique) erstellt wurde.

Obwohl  die bereits beschriebenen Beiträge Handlungsempfehlungen geben, wurden darauf aufbauend potentielle Gestaltungsmöglichkeiten alternativen Wirtschaftens weiterführend diskutiert. So wurde mit dem „The Transition Companion“ (2011) von Rob Hopkins die grundsätzliche Idee und das Vorgehen der Transition-Towns dargestellt. Mit „The transition guide to money“ (2009) von Peter North wurde außerdem einerseits intensiv die Idee und mögliche Ausgestaltungen des Regionalgelds, mit „Suffizienz als Business Case“ von Uwe Schneidewind und Alexandra Palzkill-Vorbeck (2012) wurden andererseits auch betriebswirtschaftliche Transformationspfade angesprochen.

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