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Presseschau: Kritik von Allmendinger bis Wulff

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Marcel Hänggi fasst in einem Artikel die zentralen Thesen einer Podiumsdiskussion mit Irmi Seidl, Meinhard Miegel und Harald Welzer zusammen. Für Irmi Seidl ist die derzeitige Krise auch die Folge einer forcierten Wachstumspolitik der Vergangenheit. Meinhard Miegel vertritt die Auffassung, dass der materielle Wohlstand Griechenlands auf das Niveau der neunziger Jahre sinken müsse.

Harald Welzer hält die Behauptung vieler Politiker, dass eigene Handel sei „alternativlos“, für „radikal antidemokratisch“. Den Glauben, es gebe keine Alternativen, führt Welzer auf „hermetisches“ Gruppendenken zurück.

Der Freitag setzt sich in einem Artikel mit dem Vorhaben der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ auseinander, einen einzigen „ganzheitlichen Indikator“ für die Messung gesellschaftlichen Wohlstandes und Fortschritt zu entwickeln. Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung Prof. Dr. Jutta Allmendinger kritisiert die Suche nach einem einzigen Wohlfahrtsindikator Indikator. Die Soziologin plädiert hingegen dafür den vorhandenen Datensammlungen der Sozialberichterstattung mehr Diskursmacht zu verschaffen. Dies sei wichtiger, als alle vorhandenen Daten zu einem neuen Indikator „zusammenzuwürfeln“.

Dennis Meadows warnt in einem Interview, dass es für eine „nachhaltige Entwicklung“ zu spät sei. Meadows zufolge muss der bisherige Energie- und Rohstoffverbrauchs  „unter allen Umständen“ gesenkt werden. Dem im Wege stehe allerdings das derzeitige Finanz– und Geldsystem.

Niko Paech kritisiert in einem Interview die Technikgläubigkeit unserer Gesellschaft, die „vorgaukelt“, Überfluss sei mit Ökologie vereinbar. Für Paech steht aber nicht der Verzicht im Vordergrund, sondern eine „Entrümpelung“ unserer Konsumweise, die zu einer Befreiung und zu einer höheren Lebensqualität führen kann. Als wirksame Wachstumsbremse fordert Paech ein Bodenversiegelungsmoratorium. Somit würde die weitere Versieglung des Bodens gestoppt.

Bundespräsident Christian Wulf fordert in einem Interview eine Kehrtwende zu nachhaltigem Haushalten und Wirtschaften. Wulf kritisiert die Förderung des Wachstums durch Schulden zu Lasten künftiger Generationen. Er spricht sich zudem dafür aus, Wachstum von Ressourcenverbrauch zu entkoppeln sowie die Lebensqualität, Glück und Zufriedenheit nicht mehr nur auf Grundlage von Wachstumsraten  zu bewerten.

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