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Die Postwachstumsökonomie – eine Gefahr für die Wirtschaft und die Umwelt?

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Karin Holm-Müller und Christian Hey schreiben in ihrem aktuellen Artikel „Vorfahrt für die grüne Ökonomie“, erschienen auf ZEIT ONLINE, dass „vorschnelle Wachstums-feindlichkeit […] Risiken für Wirtschaft und Umwelt [berge]“.

Die beiden Autoren begründen ihre Bedenken hinsichtlich der Postwachstums-ökonomie mit dem „Teufelskreis“, in dem sich die Wachstumskritiker_innen befinden. Demnach resultieren aus Suffizienzerfordernis „sinkende Investitionen, Beschäftigung und Nachfrage, schrumpfend[es] Sozialprodukt und steigend[e] Staatsverschuldung“.

Solange innerhalb des Postwachstumsdiskurses keine Antwort auf diese grund-legende Frage gefunden ist, plädieren Holm-Müller und Hey für eine grüne Ökonomie.

 

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie in der ZEIT ONLINE – Reihe  „Wachstum und Nachhaltigkeit“, beispielsweise von Hans Christoph Binswanger „Besser leben durch weniger Wachstum“ und von Niko Paech „’Grünes’ Wachstum wäre ein Wunder“.

von

Sophia Kraft ist Mitglied im Vorstand der Vereinigung för ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW). Sie studiert derzeit MA Nachhaltigkeitsmanagement in Leipzig. Ihr Interesse gilt vor allem zwei Themenschwerpunkten: Zum einen setzt sie sich stark mit Postwachstum/Degrowth auseinander, wobei sie für den Blog Postwachstum und die Degrowth Konferenz 2014 tätig war. Zum anderen liegt ihr Fokus auf der nachhaltigen Energiewirtschaft (Tätigkeiten für die Deutsche Umwelthilfe und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung).

1 Kommentare

  1. ab.er sagt am 12. Juli 2012

    in meinen Augen war das ein Artikel, der einfach nur ärgerlich ist. Frau Müller-Holm schiebt die Schuld für die Verwerfungen am „Ende des Wachstums“ auf die Wachstumskritiker, dabei müssen sich doch die Wachstumsfetischisten dafür rechtfertigen, warum die Maßnahmen unterbleiben, die notwendig sind, um ohne Wachstum nicht abzustürzen.

    Es ist keineswegs sicher, dass eine „grüne“ (nachhaltige) Ökonomie weiter wachsen kann und trotzdem zu Einsparungen beim Resourcenverbrauch und zu geringeren Treibhausgasemissionen führen kann. Bisher ist eigentlich nur das Gegenteil bewiesen. Die Entkopplung des Resourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum wie sie in Deutschland scheinbar zu beobachten ist, dürfte doch wohl in erster Linie darauf zurückzuführen sein, dass der „dreckige“ Teil der Wirtschaft nach Asien ausgelagert worden ist (das ist bestenfalls ein Nullsummenspiel, realistisch dürfte dadurch die Summe der Emissionen aber angestiegen sein, weil in Asien nicht unbedingt die effizienteste Technik eingesetzt wird und der Transport auch noch hinzu kommt.

    Wir haben derzeit einen echten Wachstumszwang. Ohne Wirtschaftswachstum kommt es zu den momentan zu beobachtenden Folgen wie Arbeitslosigkeit, Bankenkrisen und Firmenzusammenbrüchen. Jetzt sind Ideen gefragt, wie die Wachstumstreiber erkannt und eliminiert werden und wie Suffizienz als „Mega-In“ verkauft werden kann.

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