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Fragen an die Mitglieder des Nachhaltigkeitsrates

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Bei der kommenden Jahreskonferenz des Nachhaltigkeitsrates wird es ein Bloggertreffen geben. Dort werden einige Ratsmitglieder mit Bloggern diskutieren. Ich werde auch hingehen. Unten sind die Fragen, die ich gern den Mitgliedern des Rates stellen würde. Wenn Ihr weitere Fragen wisst, die ich stellen sollte, schreibt sie als Kommentar. Wenn Ihr Antworten auf die Fragen wisst, schreibt sie auch.

  • Das auf Rio+20 diskutierte Konzept einer Grünen Ökonomie ist eigentlich ein Versuch, eine Auffassung einer global lebenswerten Gesellschaft zu skizzieren und politisch zu verhandeln. Warum wird auf dieser Konferenz eine Auffassung einer global lebenswerten Gesellschaft zum Ausgangspunkt genommen, die von einer überschaubaren Zahl von WissenschaftlerInnen entwickelt worden ist (im Wesentlichen den Autorinnen und Autoren des UNEP-Berichts). Ist die Frage nach einer Auffassung einer global lebenswerten Gesellschaft nicht vielmehr eine Frage, die weltweit in deliberativen Prozessen diskutiert werden sollte? Ist nicht auch eine gewisse Vielfalt von legitimen Auffassungen einer global lebenswerten Gesellschaft zu erwarten?
  • Eine Grüne Ökonomie ist sicherlich prima facie erstrebenswert. Wir wissen auch, dass sie möglich ist. Doch wir wissen genauso gut, dass ihre Realisierung möglicherweise nicht gelingen wird (z.B. falls der technische Fortschritt nicht mitspielt, die Reboundeffekte ausufern etc.). Wie sollte man vorsorgen, dass keine schlimmen Folgen für Mensch und Umwelt eintreten, falls die Realisierung der Grünen Ökonomie nicht gelingen sollte?
  • Eine nachhaltige Politik ist nicht realisierbar, ohne dass Ressourcenverbrauch deutlich teurer wird. Die Verteuerung der Ressourcen trifft die sozial Schwächsten am härtesten. Mit welchen Maßnahmen kann man verhindern, dass nachhaltige Politik nicht sozial ungerecht wird?
  • Voraussichtlich ist eine nachhaltige Gesellschaft nur durch einen umfassenden kulturellen Wandel realisierbar (Mobilitäts- und Ernährungsgewohnheiten müssten sich dabei verändern, auch Freizeitverhalten, Statussymbole etc.). Kultureller Wandel kann nicht durch Politik verordnet werden. Von alleine initiiert er sich bislang aber auch nicht so recht. Eine Sackgasse?

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