VÖW-Wanderakademie: Resilienz durch Postwachstum?

27.08.2026 12:00 - 30.08.2026 12:00 | Tirol

Bewerbungsschluss: 30. Juli 2026!

Vier Tage Berghütte am Wilden Kaiser, eine kleine Gruppe, große Fragen: Schon zum siebten Mal die VÖW zur Wanderakademie ein – konzentrierter inhaltlicher Austausch fernab des Alltags, nicht nur im Gastraum, sondern auch auf Wanderungen, auf denen schon so manche Idee gewälzt wurde. Willkommen sind alle, die Lust auf gemeinsames Denken in den Bergen haben – ob aus Wissenschaft, Praxis oder Studium, ob VÖW-Mitglied oder nicht.

Zwei Debatten, die oft separat geführt werden, aber vielfältig aufeinander bezogen werden können, sollen diesmal zusammengebracht werden. Resilienz ist unter dem Eindruck von Corona und diversen Energiekrisen aktuell wieder voll auf der Tagesordnung. Das Bewusstsein für die Verletzlichkeit unseres Wirtschaftsmodells mit seinen langen Wertschöpfungsketten ist gestiegen. Aber Resilienz wird immer noch oft als Stabilisierung des Status quo verstanden (adaptive Resilienz), weniger als die Aufrechterhaltung von Systemfunktionen zur Befriedigung von zentralen Bedürfnissen durch grundlegende Veränderungen (transformative Resilienz).

Wenn klar ist, dass es um grundlegende Veränderungen gehen darf und muss, können die ökologische Wirtschaftsforschung und besonders die Postwachstumsökonomie viel zur Resilienz beitragen. Postwachstum reduziert die Abhängigkeit von stetigem Wachstum und schafft damit den Raum, Krisen auch anders als durch die Rückkehr zum vorherigen Wachstumspfad zu bewältigen. Im Detail bringt die Postwachstumsökonomie viele Bausteine ein, die konsequent gedachte Resilienz braucht:

  • Neue Zielindikatoren („Beyond GDP“)
  • Suffizienz als die Möglichkeit, in Krisen Verhalten anzupassen, ohne dies als schwerwiegenden Verzicht zu empfinden
  • Den Fokus auf kooperative, regionale oder lokale, gemeinwohlorientierte Formen des Wirtschaftens, alle tendenziell weniger anfällig bei globalen Krisen
  • Das Zusammendenken des Sozialen und des Ökologischen – ohne dieses wird es nicht gelingen, den notwendigen sozialen Zusammenhalt in großen Krisen zu sichern
  • Das Denken in (ökologischen und sozialen) Systemgrenzen, an die uns Krisen immer bringen

Gleichzeitig kann der aktuelle Diskurs in Wirtschaft und Politik über Resilienz auch genutzt werden, um Aspekte von Postwachstum in neue Kreise zu tragen. Am Ende der vier Tage soll ein greifbares Ergebnis stehen: ein Thesenpapier, ein Manifest, eine Argumentationshilfe – oder konkrete Beispiele von Projekten, die Resilienz und Postwachstum zusammenbringen. Alle Teilnehmenden wirken daran mit und knüpfen dabei neue Kontakte in die Community.

Mehr Informationen gibt es hier: https://www.voew.de/wanderakademie/