Mitteilungen

Presseschau

Schreibe einen Kommentar

Der European Green Deal in der Kritik

Was vor allem im Hinblick auf die bisherigen klimapolitischen Bemühungen der EU ungewöhnlich ambitioniert erscheint – die Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen – gerät in die Kritik: der European Green Deal, den die Europäische Kommission im Dezember des letzten Jahres vorstellte, könne nicht zu den angestrebten Zielen führen, schreibt Manuel Grebenjak in Der Standard.

„Der grüne Deal der Kommission kann einige politische Probleme verkleinern. Er könnte Jobs schaffen und durch Wachstum für mehr sozialen Frieden sorgen, da mehr umverteilt werden kann. Allerdings kann er nicht wesentlich dazu beitragen, die ökologische Krise zu bremsen. Von NGO-Seite zielt Kritik am Deal vor allem auf das Fehlen konkreter Pläne und Maßnahmen. Dabei ist es nur logisch, dass diese weitgehend fehlen. Denn grünes Wachstum als politische Strategie setzt immer auch stark auf eine vage „Innovation“, also die Hoffnung auf zukünftige technologische Sprünge, die massive Emissionsreduktionen ermöglichen sollen. Das Warten auf solche Wundermaschinen wird seit Jahrzehnten immer wieder beschworen, bisher jedoch vergeblich. Wenn wir den ökologischen Kollaps verhindern wollen, ist dies im Jahr 2020 schlicht keine Option mehr“, resümiert Grebenjak [1].

 

Was die Feuer in Australien mit unserem Lebensstil zu tun haben

Jürgen Zimmerer plädiert in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung dafür, unser Verständnis von Kolonialismus vom bloßen Bezug auf Artefakte zu lösen und die historische und aktuelle Verwobenheit des wachstumsbasierten Kapitalismus mit dem Kolonialismus anzuerkennen:

„Die australischen Brände haben ihren Ursprung in dieser Geschichte, in der Beziehung zwischen europäischer Expansion und Industrialisierung, Kolonialismus und Kapitalismus. Es ist das koloniale Wirtschaften an sich, das nicht nachhaltig ist, es nie war. […] Science-Fiction in Medien und Politik träumt von der Kolonisierung des Weltalls, um den schwierigen Schritt zu vermeiden. Wer daran nicht glauben mag, sollte mit der Dekolonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft beginnen.“ [2]

 

Nachhaltigkeit braucht Suffizienz braucht Suffizienzpolitik

Bessere Technik und freiwilliges Handeln reichen nicht. Warum Nachhaltigkeit auch Suffizienz braucht und was Suffizienzpolitik dazu beitragen kann, darum geht es im Science Slam-Beitrag von Dirk Arne Heyen, der hier nachzuhören ist.

 

Fossil Economies, Degrowth Ecologies

„Warum sind wir so abhängig von fossilen Brennstoffen? Welche Rolle spielen sie in unseren wachstumsorientierten Volkswirtschaften? Was sind die Kräfte, die das aufrechterhalten, was wir “Business-as-usual” nennen?“
Im Rahmen der Diskursreihe „Burning Futures. On Ecologies of Existence“ diskutieren Andreas Malm, Tadzio Müller und Andrea Vetter über diese Fragen. Die Diskursreihe wird anschließend als Podcast zur Verfügung gestellt und ist hier nachzuhören.

 

[1] Grebenjak, Manuel: European Green Deal: Ein Plan mit Blindstelle. Online abrufbar unter: https://www.derstandard.at/story/2000112392573/european-green-deal-ein-plan-mit-blindstelle, Stand: 13.01.2020

[2] Zimmerer, Jürgen: Australien im Feuer des Kolonialismus. Online abrufbar unter: https://www.sueddeutsche.de/politik/australien-braende-klimakrise-kolonialismus-juergen-zimmerer-1.4751447!amp?__twitter_impression=true, Stand: 13.01.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.