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Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie 2012 an zwei Postwachstumsdenker verliehen

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Der Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie wird seit 2004 an junge Wissenschaftler vergeben. Nachdem im Jahr 2010 der Suffizienz-Forscher Dr. Oliver Stengel ausgezeichnet wurde, stand die Ausschreibung für das Jahr 2012 unter dem Titel “Wirtschaft ohne Wachstum”. Die Jury vergab auf der Jahrestagung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie zwei gleichberechtigte Preise.

Ausgezeichnet wurde die Umweltwissenschaftlerin und Autorin dieses Blogs Anja Humburg für ihre an der Universität Lund eingereichte Arbeit “Post-Growth on the Move: The Environmental Movement as Agent of Change for the Transition to a Post-Growth Economy – Evidence from Germany”. Sie untersucht darin, welchen Beitrag die Umweltbewegung als Mitträgerin der Wachstumskritik und Agentin des Wandels leisten kann. Die Laudatio von Dr. Irmi Seidl preist neben der gelungenen Themenwahl die überzeugende wissenschaftliche Methodik und den inter- und transdisziplinären Ansatz.

Als weiterer Preisträger wurde der Soziologe Gerolf Hanke für seine an der Universität Freiburg eingereichte Magisterarbeit “Regionalisierung als Abkehr vom Fortschrittsdenken?” ausgezeichnet. Er erläutert darin, dass die Regionalisierung das Potential für die Abkehr von Leitideen der Moderne besitzt, die er als ursächlich für die gegenwärtige ökologische und soziale Krise ausmacht. Die Laudatio lobt die Herausarbeitung der Grenzen unserer sozialen, psychischen und kognitiviten Belastbarkeit als Ergänzung zu den in der Ökologischen Ökonomik zumeist betrachteten physisch-ökologischen Grenzen. Zudem betont sie die fächerübergreifende Gedankenfülle aus Kultursoziologie und Humanethologie.

Der Name des Preises erinnert an den bedeutenden Ökonomen Karl William Kapp (1910-1976), der bereits Anfang der 1950er-Jahre als einer der ersten Ökonomen die sozialen und ökologischen externen Kosten der Marktwirtschaft aufgezeigt und analysiert hat. Bilder und inhaltliche Zusammenfassungen sind auf der Seite der Vereinigung für ökologische Ökonomie (VÖÖ) zu finden.

von

Oliver Richters, studierter Physiker, ist Doktorand am Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Von 2012–16 war er Vorsitzender der Vereinigung für Ökologische Ökonomie. Er ist aktiv in den Netzwerken Plurale Ökonomik und Wachstumswende sowie in der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe nachhaltiges Geld.

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